„Wiesenstadt Wangen“ als Markenname für Allgäustadt

Eingetragen bei: Presse | 0

Beim Januarstammtisch der GOL stellte das Netzwerk Blühende Landschaften ihr Konzept vor für die Wiederherstellung von Wiesen vor.

Wangen sz „Wiesenstadt Wangen“: Wenn es nach Heiner Miller und Simone Kern vom Netzwerk Blühende Landschaften Wangen geht, könnte das eine Art Markenname der Allgäustadt werden. Beim gut besuchten Januarstammtisch der GOL stellten die beiden ihr Konzept vor.

Simone Kern und Heiner Miller (beide in der Mitte) vom Netzwerke Blühende Landschaften Wangen beim GOL-Stammtisch
Simone Kern und Heiner Miller (beide in der Mitte) vom Netzwerke Blühende Landschaften Wangen beim GOL-Stammtisch. (Foto GOL)

Heiner Miller verwies auf die vielen Bezüge, die es in Wangen zum Begriff der Wiese gibt. So bedeutet schon der Ortsname Wangen, mittelalterlich „uuangun“, nichts anderes als Wiese. Zufällig habe auch der Name der italienischen Partnerstadt Prato exakt diese Bedeutung. Und in früheren Jahrhunderten war Wangen berühmt für seine Sensenproduktion, ein Werkzeug, das in jüngster Zeit wieder zu Ehren kommt. Miller berichtete von den Sensenmähkurse, die er initiiert habe und die stark nachgefragt würden.

Überdüngung der Böden
Aber die „richtige“ Wiese, etwa die Streuobst, Mager- oder Feuchtweise, drohe zu verschwinden. Wo er als Kind in Minuten noch einen bunten Strauß habe pflücken können, gebe es heute nur noch wenige Arten. Schuld seien die Überdüngung und Verfettung der Böden, viel zu viele Schnitte, die das Aussamen verhinderten, und nicht zuletzt die zunehmende Verbreitung der Maisäcker, die er „Syphilis der Landschaft nannte“. Vielerorts sei die Artenvielfalt in den Städten schon größer als auf dem Land, kritisierte er.

Damit einher gehe auch ein Rückgang der Menge und der Vielfalt der Insekten, was Miller als aktiven Imker besonders schmerzt.

Hier setzt das Konzept der Wiesenstadt Wangen an: Ihr Ziel ist die Wiederherstellung von artenreichen, vielfältig blühenden Wiesen, die nicht nur fürs menschliche Auge schön seien, sondern auch unverzichtbar für gesunde Kühe und gute Milchprodukte, aber auch für das Überleben von Bienen und anderen Insekten, und damit auch für die Vogelwelt.

Miller und Simone Kern stellten eine Vielzahl von Maßnahmen vor, die insbesondere im Zusammenhang mit der Landesgartenschau umgesetzt werden könnten: Zum Beispiel die gezielte Umnutzung größerer Flächen, etwa beim Friedhof St. Wolfgang, veränderte Vorgaben für die Außenanlagen öffentlicher Gebäude wie Schulen, Schulung der Bauhofmitarbeiter, Bürger-Pflanzaktionen, Verkauf von Saatmischungen oder die Vermarktung des „Wangerer Wiesenheus“. Die Stadträte der GOL signalisierten, dieses Anliegen aufzugreifen und zu befördern.


Quelle: Schwäbische Zeitung v. 18.01.2015